Ein (nasses) Abenteuer liegt hinter uns

Bereits schon im Oktober 2018 brach die Ministrantenschar aus Niedergösgen zum Miniweekend in Zürich auf. Aber wie man so schön sagt: «Die Zeit vergeht, doch die Erinnerungen bleiben.» Deshalb wollen wir Ihnen nachträglich einen kleinen Einblick in unser Abenteuer geben.

Alles begann mit einer Zugreise in Richtung Zürich. Dieses Mal jedoch hatten alle Minis entgegen der Erwartung einen Sitzplatz erhascht. Was für ein Glück, denn normalerweise werden sogar unsere reservierten Plätze von Mitreisenden besetzt. Angekommen in Zürich, nahmen wir ein Tram, welches uns in die Nähe unserer Unterkunft transportierte – aber eben nur in die Nähe. Denn zwischen uns und dem romantischen Bauernhaus, indem wir übernachten durften, lag ein langer, steiniger und atem(be)raubender Waldweg. Einige der Minis sprangen wie frischgeborene Rehbabys den Berg hinauf, während andere im Schildkröten-Modus den Hügel hochkrochen. Eine Ministrantin, die zum Team «Schildkröte» gehörte, wollte sogar probieren, sich mit dem Handy vom «Stutz» [steiler Hang] abzulenken. Doch nichts da! Auf dem Waldweg gab es ganz zur Freude der Leiter kein Netz und deshalb auch kein Internet. So mussten sich die Minis mit dem Geschwätz und den Albereien der Leiter zufriedengeben.

Erschöpft an der Spitze des Berges angekommen, sahen wir schon unsere süsse Unterkunft, die wir ganz für uns alleine hatten und das Beste daran? Dahinter ein nicht endendes Feld, soweit das Auge reichte, auf dem wir uns austoben konnten. Dies geschah dann auch kurz danach. Wir teilten uns in Gruppen auf und lösten beim ersten Spiel diverse Rätsel und Aufgaben, um den Preis abzustauben. Danach folgten noch «Fahnen klauen» und eine Art Rugby. Das lustigste daran – es hat schon in den Vortagen viel geregnet, tropfte immer noch und das Feld war total durchnässt. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Schlammschlacht. Wir rutschten aus, fielen hin, sanken ein, waren von oben bis unten verdreckt und fanden es grossartig. Komplett durchnässt und durchgefroren begaben wir uns nach den “Schlammspielen” in die kuschelige Herberge. Bevor wir die Unterkunft betreten durften (von oben bis unten mit Schlamm bedeckt), mussten wir uns jedoch vom «Clean-Team» Erika und Beat abscannen lassen. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten und unsere Körperwärme wieder auf einem aktuellen Stand war, ging das Programm schon weiter. Von UNO zu 4-gewinnt, bis hin zu Halli-Galli war alles dabei. Bei jedem Spiel konnte ein Punkt gewonnen werden und zum Schluss wurde der «Spieler des Jahres» gekürt.   

Während die Minis sich fürs Abendessen frisch machten, bereiteten die Minileiter mit dem «Clean-Team» das Abendmahl vor, welches «Fondü» genannt wurde. Für die Käse-Scheuen gab es natürlich eine Alternative. In einem romantischen Ambiente bei Kerzenschein, komplett ab vom Schuss, zusammengekuschelt den herunterfallenden Schneeflocken zusehend, verzerrten die Minis das Gericht wie hungrige Wölfe. Damit der Käse sich etwas setzten konnte, gab es danach einen Film zum mitlachen.

Wie an jedem Miniweekend folgte ein abgefahrenes Abendprogramm. Doch was ist passiert? Als die Minis vor der Tür warteten, bis es endlich losging, kam Erika vom «Clean-Team» raus und brüllte wie ein Wald voller Affen! Jemand hat die ganzen Süssigkeiten des Abendprogramms geklaut. Einige der Minis wurden beschuldigt, denn zuvor waren sie mit genau diesen Süssigkeiten gesehen worden. Wir waren kurz davor das ganze Programm abzubrechen. Trotzdem haben wir uns am Riemen gerissen uns das Ding durchgezogen. Doch drinnen der nächste Schock. Auf die beschuldigten Minis wartete der waschechte Richter «Janine», der die Straftäter mit Hilfe des Gerichtsdieners «Sabi» sofort in die Zange nahm und diese fesselte, bevor sie vor Gericht angeklagt wurden. Verhöre wurden durchgeführt und Beweise wurden auf den Tisch gelegt. Die in Gruppen aufgeteilten restlichen Minis mussten nun um die Freiheit Ihres Häftlings kämpfen. Und das taten Sie! Beim Bananen-Fussball, beim Roll-den-Mini-über-den-Mini, beim Kartenblasen, beim Trinken im Handstand und bei vielen weiteren schweisstreibenden Aufgaben. Zum Schluss waren nur noch zwei Häftlinge übrig. Diese wurden beim über ihr Schicksal entscheidenden Spiel an einen Stuhl gefesselt und mussten sich ohne Hilfe befreien. Nach ein paar Sekunden der kompletten Euphorie gab es noch eine unerwartete Wendung und der zurückliegende der beiden Minis, schaffte es noch aufzuholen und seine Freilassung zu ergaunern.

Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei – denn die Party fing gerade erst an. Denn was gibt es besseres als alleine in einer Unterkunft komplett ab vom Schuss zu sein? Das nutzten wir gehörig aus! Von Latin zu Hip-Hop, Schlager und Macarena war jede Musikrichtung vertreten. Wir zeigten unsere coolsten Moves, liessen uns von der Musik führen und waren zum Schluss so fit, dass wir noch mit Sportübungen anfingen. Was für eine Nacht! Aber auch für uns wurde es Zeit ins Bett zu hüpfen, damit wir am nächsten Tag genug Zeit hatten, um die Unterkunft zu putzen. “Juhu”.

Doch das «Clean-Team» hatte alles im Griff. Es wurden Gruppen gebildet und die Räume waren im Nachhinein wahrscheinlich noch sauberer als vorher. Ehrlichgesagt war ich als Aufseherin der Putztruppe «Jungs Klo» sogar froh hier eingeteilt worden zu sein – es war gemäss Zeugenaussagen sauberer als das Mädchen WC. Das «Clean-Team» putze noch den ganzen Rest der Unterkunft, während die Minis schonmal ihre immer noch etwas feuchten und dreckigen Schuhe vom Vortag anzogen. Was könnte man nach diesem ereignisvollen Weekend überhaupt noch unternehmen? Ist doch ganz klar…wir gehen in den Zoo! Aber mit den Ministranten wurde auch dieser Aufenthalt nicht zu einem normalen Zoobesuch. Im gesamten Zoo versteckten sich Walter (von «Wo ist Walter»). Die rot-weiss gekleideten Gestalten bewegten sich in verschiedenen Teilen des Zoos. Fand man einen Walter musste man ein tierisches Rätsel lösen und bekam dafür einen Goldtaler. Für die Auslosung des Gewinnerteams trafen wir uns beim Affenhaus, wo wir dann auch mit neidischen Blicken der Gorillas unser Picknick einnahmen. Danach begaben wir uns wieder in den Park, wo wir sogar riesige Schlangen halten durften. Für den Abschluss gönnten wir uns einen Kurzbesuch im Zooshop. Erschöpft und doch voller Glückseligkeit fuhren wir dann immer noch dreckig nach Hause. An diesem Punkt noch vielen Dank an die Mamis und Papis, die wahrscheinlich noch einige Zeit aufopfern mussten, um die Schuhe wieder sauber zu kriegen.

Aus meiner Sicht war dieses Weekend wiedermal ein unglaublich gelungener Anlass. Trotz des miesen Wetters kam nie schlechte Laune auf und die Minileiter haben sich wie immer ein super großartiges Programm ausgedacht. Ein Teil dieser zusammenhaltenden und herzlichen Truppe zu sein macht besonders die Leiter stolz und wir freuen uns schon im Voraus auf das nächste Abenteuer. #MINILOVE

Übrigens: Fotos von unserem Miniweekend in Zürich können Sie direkt hier anschauen 🙂

Nicolle von Arx & die Minileiter